EPM – International Association of Ear Piercing Market Specialists
Sicheres Ohrlochstechen hat für Gesundheitsbehörden, Eltern und Fachkräfte in ganz Europa hohe Priorität. Da Ohrlochstechen weiterhin zu den am häufigsten durchgeführten kosmetischen Anwendungen zählt, sind hohe Hygienestandards unerlässlich, um Infektionen und Komplikationen zu verhindern. Die Mitglieder des EPM setzen sich dafür ein, sichere, standardisierte und transparente Praktiken in der gesamten Ohrlochstechbranche zu fördern.
Dieser Artikel beschreibt die zentralen Elemente, die zu sicherem Ohrlochstechen beitragen – basierend auf aktuellen Best Practices und Branchenrichtlinien.
Der Einsatz steriler Einwegkartuschen ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um das Risiko von Kreuzkontaminationen zu minimieren. Für das Ohrlochstechen konzipierte Systeme sollten stets folgende Elemente beinhalten:
So ist gewährleistet, dass jede Kundin und jeder Kunde ein frisches, hygienisch einwandfreies Produkt erhält.
Obwohl die Kartuschen nur einmal verwendet werden, muss das eigentliche Ohrlochstechgerät vollständig desinfizierbar sein. Professionelle Systeme verfügen über glatte, geschlossene Oberflächen, die eine gründliche Reinigung zwischen den Anwendungen ermöglichen.
Da diese Geräte nicht mit der Haut der Kundinnen und Kunden in direkten Kontakt kommen – die sterile Einwegkartusche bildet den einzigen Kontaktpunkt –, ist keine Sterilisation in einem Autoklaven erforderlich. Im Gegensatz zu wiederverwendbaren Instrumenten wie Zangen oder Klemmen besitzen sie keine freiliegenden Komponenten, die biologisches Material übertragen könnten, sodass eine hochwirksame Oberflächendesinfektion völlig ausreichend ist, um Sicherheit zu gewährleisten.
Sicheres Ohrlochstechen hängt stark von der Kompetenz der durchführenden Person ab. Mitarbeitende sollten geschult sein in:
Dokumentierte Standardarbeitsanweisungen bzw. Hygienepläne stellen sicher, dass jeder Vorgang einem einheitlichen, vollständig regelkonformen Ablauf folgt.
Eine sichere Umgebung für das Ohrlochstechen muss Hygieneanforderungen erfüllen, die denen anderer geringinvasiver kosmetischer Behandlungen entsprechen. Dazu gehören:
Gesundheitsbehörden können sich dabei sowohl an nationalen Hygienevorschriften als auch an allgemeinen Leitlinien, z. B. des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC), orientieren. EPM‑zertifizierte Schulungen decken diese Vorschriften und Empfehlungen ebenfalls ab.
Hygieneanforderungen entwickeln sich weiter – und ebenso das Wissen derjenigen, die Ohrlochstechen durchführen. Regelmäßige Schulungen gewährleisten:
EPM unterstützt kontinuierliche berufliche Weiterbildung in diesem Bereich.
Sicheres Ohrlochstechen ist nicht nur ein technischer Vorgang – es erfordert auch klare Kommunikation. Ohrlochstech-Spezialist:innen sollten erläutern:
Offene Kommunikation schafft Vertrauen und unterstützt die öffentlichen Gesundheitsziele.
Selbst ein fachgerecht gestochenes Ohrloch kann sich bei mangelnder Nachsorge entzünden. Kundinnen und Kunden sollten daher klare schriftliche und mündliche Anleitungen erhalten, z.B.:
Eine gute Nachsorge reduziert das Risiko von Komplikationen erheblich.
Sicheres Ohrlochstechen basiert auf einer Kombination verschiedener Faktoren: sterile Materialien, desinfizierbare Geräte, geschultes Personal, eine hygienische Arbeitsumgebung, laufende Schulungen, transparente Kommunikation und sorgfältige Nachsorge. Wenn all diese Elemente zusammenkommen, kann Ohrlochstechen sicher und verantwortungsvoll durchgeführt werden – und trägt so zur öffentlichen Gesundheit und zum Verbraucherschutz in Europa bei.